© Co­py­right 2014 www.tier­ho­moeo­pa­thie-el­lerau.de
Ute To­pel   •   Hin­te­rer Kamp 36   •   25479 El­lerau   •   Tel. 04106 - 127 063   •   Mo­bil 0170 - 348 99 75   •   ute­to­pel@yahoo.de
  



Blutegeltherapie
Ak­tu­el­les
The­ra­pi­en
In­for­ma­tio­nen  über die The­ra­pi­en:
Ute Topel - TIERHOMÖOPATHIE

Blut­egelthe­ra­pie

Die­ser ganz be­son­de­ren Heil­me­tho­de stand ich am An­fang ziem­lich skep­tisch ge­genüber. Die­se klei­nen Egel sind schon et­was gewöhnungs­bedürf­tig. Aber wenn man sich in­ten­si­ver mit Ih­nen beschäftigt, kommt ei­ne Fas­zi­na­ti­on auf. Bei nähe­rer Be­trach­tung emp­fand ich sie so­gar wun­derschön. Ih­re Zeich­nung, ih­re gra­zi­len Be­we­gun­gen im Was­ser wa­ren be­ein­dru­ckend.

 

Nach im­mer wie­der po­si­ti­ven Er­fol­gen mei­ner Kol­le­gin­nen, ha­be ich mich ent­schlos­sen, die­se klei­nen Hel­fer auch in mei­ne Pra­xis auf­zu­neh­men. In ei­nem Se­mi­nar bei ei­ner Tier­heil­prak­ti­ke­rin, die schon viel Er­fah­rung mit die­ser The­ra­pie ge­sam­melt hat­te, ha­be ich die An­wen­dung, Ri­si­ken und An­wen­dungsmöglich­kei­ten der Blut­egelthe­ra­pie er­lernt. Oft können re­gelmäßi­ge Schmerz­mit­tel­ga­ben re­du­ziert oder gar ab­ge­setzt wer­den und so­mit für ei­ne Ent­las­tung der Le­ber und Nie­ren ge­sorgt wer­den. Ei­ne gleich­zei­ti­ge homöopa­thi­sche Be­hand­lung ist in vie­len Fällen ei­ne op­ti­ma­le Ergänzung.
 

Hier noch ei­ne klei­ne Be­schrei­bung der Egel:
 

Der Blut­egel gehört zu der Fa­mi­lie der Rin­gelwürmer, zu der bei­spiels­wei­se auch der Re­gen­wurm gehört. Es gibt über 600 be­kann­te Un­ter­ar­ten von Egeln. In der Blut­egelthe­ra­pie kommt je­doch nur der me­di­zi­ni­sche Blut­egel (Hiru­do me­di­ci­na­lis+Hiru­do ver­ba­na) zum Ein­satz.

In der Na­tur le­ben Blut­egel in sau­be­ren Süßwas­ser von Se­en, Tei­chen und Flüssen. Die Egel die wir zu me­di­zi­ni­schen Zwe­cken an­wen­den, wer­den über ei­ne Blut­egel­farm in die nächst­ge­le­ge­ne Apo­the­ke be­stellt. Be­vor sie zum Ein­satz kom­men, dürfen sie sich beim The­ra­peu­ten noch ein paar Ta­ge ak­kli­ma­ti­sie­ren. Denn durch stres­si­ge Si­tua­tio­nen bei­ßen die Egel mit­un­ter nicht so gut und der The­ra­pie­er­folg blie­be aus.

Die Egel be­sit­zen 5 Au­gen­paa­re im Kopf­be­reich, mit de­nen sie je­doch nur Licht und Schat­ten wahr­neh­men können. Je­weils ein Saug­napf am vor­de­ren und hin­te­ren En­de ermögli­chen ei­nen si­che­ren Halt während des Sau­g­akts. Am vor­de­ren Saug­napf be­fin­den sich drei y-förmig an­ge­ord­ne­te Kie­fer­leis­ten, die je­weils mit ca. 80 schar­fen Kalkzähn­chen be­setzt sind. Zwi­schen den Kalkzähn­chen münden die Kanäle der Spei­chel­zel­len. Beim Biss wer­den die Zahn­leis­ten mit sägen­den Be­we­gun­gen in die Haut des Wir­tes ge­trie­ben, da­bei wird Spei­chel (Sa­li­va) in die Wun­de ge­ge­ben. Der Biss kit­zelt nur ein we­nig, ver­gleich­bar mit ei­nem Mücken­stich. Es ist wahr­schein­lich, aber noch um­strit­ten, ob der Egel­spei­chel ein Anästhe­ti­kum enthält, das ver­hin­dert, dass der Wirt beim Biss Schmer­zen hat.

Beim Sau­gen nimmt der Blut­egel das 5 bis 10 fa­che sei­nes Körper­ge­wichts auf und gibt da­bei ständig sei­nen Spei­chel in die Wun­de ab. Die­ser Vor­gang ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil des the­ra­peu­ti­schen Ef­fek­tes. Von ei­ner Blut­mahl­zeit kann ein Egel ein­ein­halb Jah­re zeh­ren, ver­spürt aber be­reits nach 6 Mo­na­ten wie­der ein Hun­ger­gefühl. Blut­egel können bis zu 25 Jah­re alt wer­den.
 

Ver­ant­wort­lich für die Wir­kung sind im We­sent­li­chen zwei Be­stand­tei­le der Blut­egelthe­ra­pie:
 

• Blut­ver­lust (klei­ner Ader­lass)

• Blut­egel­spei­chel (Sa­li­va)


Bei der Blut­egelthe­ra­pie wer­den dem Tier je nach Men­ge der an­ge­setz­ten Egel zwi­schen 5 und 50 ml Blut "ent­nom­men". Au­ßer­dem blu­ten die Wun­den bis zu 12 Stun­den nach, was zu wei­te­rem Blut­ver­lust führt. Durch die Re­du­zie­rung des Blut­vo­lu­mens zie­hen sich die Ka­pil­la­ren zu­sam­men und der Körper zieht Flüssig­keit aus dem Ge­we­be ab, um den Vo­lu­men­ver­lust aus­zu­glei­chen. Da­durch wer­den auch Schlack­stof­fe und Gif­te aus dem Ge­we­be und be­son­ders aus Entzündungs­her­den ab­ge­zo­gen und ent­sorgt. Au­ßer­dem ist der Körper nun an­ge­regt neue ro­te Blutkörper­chen zu bil­den. Das hat ei­ne "Verjüngung" des Blu­tes zur Fol­ge. Die neu­en ro­ten Blutkörper­chen sind jünger und da­durch leis­tungsfähi­ger. Durch die­se Verände­run­gen des Blu­tes kann der Körper Entzündun­gen bes­ser bekämp­fen und der Hei­lungs­pro­zess wird be­schleu­nigt.


Der Blut­egel­spei­chel ist ein Wirk­stoff­cock­tail aus mehr als drei­zehn hoch­wirk­sa­men Kom­po­nen­ten. Al­le Be­stand­tei­le der so­ge­nann­ten Blut­egel­sa­li­va sind bis­her noch nicht er­forscht. Die wich­tigs­ten Be­stand­tei­le sind je­doch Hiru­din, Ca­lin, Eg­lin und Hyalu­ro­ni­da­se. Zu­sam­men mit den zahl­rei­chen an­de­ren Wirk­stof­fen, ha­ben sie ge­rin­nungs­hem­men­de, gefäßkrampflösen­de, lym­ph­strom­be­schleu­ni­gen­de und im­mu­ni­sie­ren­de Wir­kung. Au­ßer­dem ent­fal­ten Bak­te­ri­en, die am Saug­ap­pa­rat des Egels le­ben, ei­ne an­ti­bio­ti­sche Wir­kung. Die Fol­gen des Blut­egel­spei­chels sind al­so die Entzündungs­hem­mung, die Ver­bes­se­rung der Fließfähig­keit des Blu­tes so­wie die An­re­gung des Stoff­wech­sels und des Im­mun­sys­tems.

An­wen­dungsmöglich­kei­ten:

Aku­te und chro­ni­sche Entzündun­gen, eit­ri­ge Entzündun­gen, Ab­szes­se, Fu­run­kel, Ek­ze­me, Hot Spots, Blut­ergüsse, Häma­to­me, Prel­lun­gen, Quet­schun­gen, Wund­hei­lungsstörun­gen nach Ope­ra­tio­nen, Ske­let­ter­kran­kun­gen, de­ge­ne­ra­ti­ven Er­kran­kun­gen, so­wie Ver­schlei­ßer­kran­kun­gen, Juck­reiz oh­ne Pa­ra­si­ten­be­fall, Ar­thro­sen, Ar­thri­tis, El­len­bo­gen­ge­lenks- und Hüft­ge­lenks­dys­pla­sie, Ge­lenks­entzündun­gen, Huf­re­he, Huf­rol­len­entzündung, Seh­nen­er­kran­kun­gen, Spat, Wir­belsäulen­er­kran­kun­gen, Ner­ven­entzündun­gen, Spon­dy­lo­se, Tend­in­i­tes u.a.

Be­hand­lungs­ab­lauf:
 

Blut­egel sind sehr ge­ruchs- und ge­schmacks­emp­find­lich. Bei der Blut­egel­be­hand­lung dürfen des­halb kei­ner­lei Duft­stof­fe im Fell des Tie­res sein. Bit­te ver­wen­den Sie 2 - 3 Ta­ge vor der Be­hand­lung kei­ne Sal­ben, Tink­tu­ren, Sham­poos, Floh­halsbänder, Ze­cken­ab­wehr­tink­tu­ren oder Flie­gen­sprays. Au­ßer­dem re­agie­ren die Egel auf das Wet­ter. Bei schwül hei­ßem oder ex­trem kal­ten Wet­ter ist es möglich, dass die Egel nicht bei­ßen wol­len. Während der Be­hand­lung soll­te ei­ne ru­hi­ge At­mo­sphäre herr­schen.

Wenn das Fell des Tie­res zu lang oder dicht ist, wird die Haut an den ent­spre­chen­den Stel­len ra­siert. Dar­auf wird der Egel ge­setzt. Je nach Tier und Be­schwer­den können meh­re­re Blut­egel an­ge­setzt wer­den. Da man die Egel we­der zum Bei­ßen und Sau­gen zwin­gen kann und sie kei­nes­falls ge­walt­sam vom Tier lösen darf, kann die The­ra­pie zwi­schen 1-2 Stun­den dau­ern. Nicht al­le Tie­re to­le­rie­ren die Be­hand­lung, bei un­ru­hi­gen Pfer­den, die am Bein ge­e­gelt wer­den sol­len, kann es vor­kom­men, dass die The­ra­pie nicht er­folg­reich ist, weil die Pfer­de die Egel im­mer wie­der "ab­schütteln". Kat­zen to­le­rie­ren die­se Be­hand­lung sel­ten.

Die vom Egel ver­ur­sach­ten Wun­den müssen sau­ber blei­ben und wer­den des­halb je nach La­ge evtl. ver­bun­den. Sie müssen aber die Möglich­keit des Wei­ter­blu­ten ha­ben. An den Biss­stel­len kann es zu Rötun­gen und Juck­reiz kom­men. Ju­cken oder Be­lecken durch die Tie­re ist zu ver­mei­den. Die Nach­blu­tung ist ei­ne gewünsch­te Re­ak­ti­on und kann zwi­schen 3 und 12 Stun­den dau­ern.
 

Bei den fol­gen­den Er­kran­kun­gen ist ei­ne Blut­egelthe­ra­pie nicht möglich:
 

• Fort­ge­schrit­te­ne Le­ber­er­kran­kung

• Blut­ar­mut (Anämie)

• Tu­mor­er­kran­kun­gen

• Ex­tre­me All­er­gi­en, be­son­ders ge­gen Ei­wei­ße

• Aus­ge­prägte Im­mun- oder Herz-Kreis­lauf Schwäche

• Dia­be­tes mel­li­tus

• Hämo­phi­lie (Blu­ter, Tie­re mit Blut­ge­rin­nungsstörun­gen)

• Ein­nah­me von blut­verdünnen­den und ge­rin­nungs­hem­men­den Me­di­ka­men­ten

• Ery­si­pel (Entzündun­gen der Le­der­haut)

• Fie­ber

• Leukämi­en

• Ma­gen­ge­schwür
 

Au­ßer­dem ege­le ich nicht bei be­son­ders schwa­chen, ab­ge­ma­ger­ten Tie­ren und Tie­ren mit ei­nem Körper­ge­wicht un­ter 5 kg.
 

Wenn das Im­mun­sys­tem stark un­ter­drückt ist (z.B. durch ständi­ge An­ti­bio­ti­ka- oder Cor­ti­son­ga­ben).


Auf­grund der ge­rin­nungs­hem­men­den Wir­kung des Blut­egel­spei­chels ist ei­ne Be­hand­lung mit Blut­egeln un­mit­tel­bar vor Ope­ra­tio­nen oder Ge­bur­ten eben­falls nicht möglich.
 

Schmerz­mit­tel soll­ten zur Vor­sicht ver­an­las­sen, da ei­ni­ge von Ih­nen ei­ne Blut­verdünnung als Ne­ben­wir­kung ha­ben (z.B. Equi­pa­la­zo­ne, Ri­ma­dyl, As­pi­rin). Wenn man sie nicht si­cher­heits­hal­ber min­des­tens drei Ta­ge vor der Be­hand­lung ab­set­zen kann, ist un­be­dingt ein Blut­ge­rin­nungs­test er­for­der­lich, der dann Auf­schluss darüber gibt, ob man das An­set­zen der Egel ris­kie­ren kann.
 

Vor der ers­ten Blut­egel­be­hand­lung ist ein ausführ­li­ches Gespräch und ei­ne Un­ter­su­chung des Tie­res not­wen­dig. In die­sem kläre ich Sie über die Ri­si­ken, Ne­ben­wir­kun­gen und Kon­tra­in­di­ka­tio­nen auf.
 

Wenn Sie Fra­gen zu die­ser The­ra­pie ha­ben, ru­fen Sie mich an. Ich ste­he Ih­nen mit Rat und Tat zur Sei­te.